+ Zum ersten Mal keine Nazidemonstration in Königs Wusterhausen + linker Vorbereitungskreis ruft erfolgreich zu linken Aktionen um den 9. Oktober auf + breite Briefkasten-Steck-Aktionen in Königs Wusterhausen und Wildau + Transparent- und Sprayaktionen in der Nacht vom 7. zum 8. + weitere Aktion in Zeuthen am 8. Oktober +
+ Keine Mobilisierung der Nazis für ihren Aufmarsch am 9. Oktober + Abmeldung des Aufmarsches bei den Behörden + linke Aktionen um dem 9. Oktober statt Demonstration und Blockaden +
Jetzt sowieso – Offensiv linke Perspektiven darstellen und stärken!
Bereits vor etwa zwei Wochen konnte von antifaschistischer Seite beobachtet werden, dass es offenbar keine Mobilisierung der Faschisten für ihren seit einigen Jahren durchgeführten Aufmarsch am 9. Oktober in Königs Wusterhausen geben würde. Nun ist wohl offenbar auch die Demonstration bei den Versammlungsbehörden abgemeldet worden. Vielmehr ist es wohl so, dass sie – wenn überhaupt – sich auf andere Mobilisierungen konzentrieren werden.
Die Schwäche der Nazis in Königs Wusterhausen ist so nicht mehr zu übersehen. Obwohl es aus Kreisen der so genannten „Freien Kräfte KW“ bereits vor einigen Tagen eine Mitteilung gab, in der in gewohnter Manier versucht wurde, unseren Aufruf und unsere Demonstration als „Sinn entleert“ anzugreifen, ist klar, dass die hiesige Naziszene deutlich handlungsunfähiger ist als noch vor einigen Jahren.
Allgemein dürfte diese Schwäche auch an den recht erfolgreichen bundesweiten, antifaschistischen Protesten in der Vergangenheit liegen; In einem gewissen Maß an staatlicher Repression gegen einige organisatorisch gut funktionierende Nazi-Strukturen – selbstverständlich ohne Nazis an der Wurzel zu bekämpfen; Vor allem aber dürfte die – von uns bereits in unserem Aufruf zur Demonstration thematisiere – grundsätzliche Unfähigkeit der Nazis auf die soziale Frage und die damit verbundenen Widersprüche im Kapitalismus eine adäquate Antwort zu finden in Königs Wusterhausen auf (zumindest aktuell) massive organisatorische Schwächen treffen.
Dies ist nun allzu offensichtlich geworden und natürlich auch für uns erfreulich. Für uns ist aus diesem Grunde „nur“ eine Demonstration nicht ausreichend genug. Deutlicher muss gezeigt werden, dass es unsere Stadt ist und um unsere Themen und unsere Perspektiven geht!
Wir werden aus diesem Grunde nicht wie geplant weiter für unsere Demonstration mobilisieren. Stattdessen werden wir in den Tagen um den 9. Oktober deutlich zeigen, dass dies unsere Stadt ist und unsere Positionen offensiv dargestellt werden.
Auch die neuste Mitteilung der so genannten „Freien Kräfte KW“ vom gestrigen Tag, die uns mitten in unseren Diskussionen erreichte, ändert unserer Meinung nach nichts an dieser Einschätzung. In diesem Statement der Nazis rufen sie zu einem unbestimmten „Aktionstag“ am 9. Oktober auf. Dieser, zugegeben recht erbärmliche, Versuch der Nazis in KW doch nicht ganz unter zu gehen wird uns jedoch von unserem Weg Politik zu machen nicht abhalten – Wir werden auch am 9. Oktober präsent sein. Unsere Stadt! Unsere Inhalte! Unsere Perspektiven!
Wir rufen daher zu vielfältigen Aktionen auf, die unseren antifaschistischen, antimilitaristischen und antikapitalistischen Perspektiven dienen und für die kommenden Proteste mobilisieren!
Nazistrukturen offensiv bekämpfen!
Schluss mit Krieg und Leid durch deutsche Waffen, deutsche Soldaten und deutsches Geld – Kriegsgeräte sabotieren, imperialistische Kriege stoppen, Bundeswehr auflösen!
Die sozialen und Klassenkämpfe entwickeln – für einen heißen Herbst! Pay you fuckers!
Den Castor im November stoppen – ökologischen Widerstand antikapitalistisch stärken!
Für die soziale Revolution!
„Vorbereitungskreis 9. Oktober“
Aufruf zur Antifaschistisch-Antimilitaristischen Demonstration am 9. Oktober in Königs Wusterhausen!
Es ist wieder soweit….Auch für den 9. Oktober 2010 ist ein Aufmarsch neofaschistischer Gruppen in Königs Wusterhausen angemeldet worden. In den letzten Jahren konnte der Aufmarsch von so genannten freien Kameradschaften und/oder NPD immer wieder durchgeführt werden. Dieses Mal jedoch nicht!
Deutschland ist führend im Export von Rüstungsgütern aller Art und steht bereits an dritter Stelle der größten Rüstungsexporteure. Mit diesen Waffen wird überall in der Welt getötet und zerstört. Ob Waffen für den Folterstaat Türkei, der diese gegen die kurdische Befreiungsbewegung und gegen die kurdische Bevölkerung einsetzt oder Waffensysteme für andere verbündete kapitalistische Staaten – Deutschland produziert Leid und Elend in der Welt deutlich mit. Und Rüstungskonzerne profitieren davon.
Deutschland führt aber auch selber Krieg – schon seit Jahren. Ex-Bundespräsident Köhler sagte dies vor seinem Rücktritt erstaunlich ehrlich und deutlich: Es geht um wirtschaftliche Interessen, Handelswege und Absatzmärkte. Seien es nun die wichtigen Coltan-Vorkommen im Kongobecken, Erdölpiplines vom Kaspischen Meer durch Afghanistan – Deutschland ist überall militärisch präsent. Damit greift der deutsche Staat mit seiner Bundeswehr auch direkt ein – unterdrückt, tötet und zerstört. Dass das in der deutschen Geschichte schon oft so war bezeugt nicht zuletzt der Zweite Weltkrieg.
Nazis versuchen sich des Öfteren als Friedensstifter zu etablieren. Dabei ist klar, dass Faschismus – gerade auch in Deutschland – nie ohne Kriege existieren hätte können. Und auch damals war die Propaganda der Nazis lange Zeit deutlich gegen Kriege geprägt. Natürlich in deutlichem Gegensatz zu den reellen Kriegsvorbreitungen und Kriegsgeschehnissen.
Kapitalistische Krise und die Nazis
Die letzte bekannte Krise in der kapitalistischen Ökonomie wird nun durch eine horrende Neuverschuldung des Staates, stärkere Rüstungsexporte, die Senkung von Löhnen, den massiven Ausbau von Leiharbeit, durch kommende Sparpakete und Kürzungen bei Sozialleistungen sowie Steuererhöhungen bis zum nächsten größeren Einbruch verschleppt – Die Herrschenden nennen das „Aufschwung“. Die Kosten dafür Zahlen wie immer die Gleichen: Die Masse der einfachen Lohnabhängigen und alle Unterdrückten dieser Welt.
Es ist allzu deutlich, dass FaschistInnen gezwungener Maßen auch aktuell mit dem Thema Krise oder der sozialen Frage allgemein Politik machen wollen – Und dass, obwohl sie keinerlei Lösung für das Problem Kapitalismus haben. Ihre nationalistische, rassistische und antisemitische Hetze hilft immer nur den Herrschenden, spaltet die Klasse der einfachen Lohnabhängigen und macht sie schwach. Ihre „Argumente“ setzen auf Klassenkompromisse, Unterordnung unter den Chef, die Herrschenden oder „die Nation“ und haben damit nichts Soziales oder gar Revolutionäres an sich. Im Gegenteil: Ihre Argumente reproduzieren einen noch aggressiveren, nationalistischen Kapitalismus.
Unsere Positionen, unser Kampf, unsere Stadt!
Dort wo linke antikapitalistische und antimilitaristische Positionen nicht deutlich wahrnehmbar sind, haben es FaschistInnen oftmals einfacher Fuß zu fassen. Dies gilt auch für Königs Wusterhausen. Genau deshalb werden wir uns nicht damit begnügen, „Gegen Rechts“ zu sein – gemeinsam mit den Sozialkürzern, Ämterfunktionären und Schützern der bundesrepublikanischen, bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft.
Wir wollen am 9. Oktober unsere Positionen als konsequente, revolutionäre und radikale Linke deutlich zeigen ohne die Blockierung des Naziaufmarsches zu vergessen!
Beim letzten Aufmarsch faschistischer Kräfte vor einem Jahr wollten Initiatoren eines gewissen „Bündnis gegen Rechts“ ihren „Widerstand gegen Rechts“ nur als rhetorisch verstanden wissen, keine Blockade dulden und forderten engagierte AktivistInnen so immer wieder auf die Straßen zu räumen bis sie vollständig die Übersicht verloren. In diesem Jahr fühlen sich diese Kräfte des so genannten Bündnisses dazu bewegt, deutlicher zu bestimmen, dass sie Dresden 2010 inspirierte und Blockieren richtig sei – Nun, wir werden sehen, was aus ihren Versprechungen wird!
Wir, der Vorbereitungskreis „Naziaufmarsch am 9. Oktober verhindern“, rufen dazu auf gegen Kapitalismus und imperialistische Kriege zu demonstrieren und den Naziaufmarsch konsequent mit Massenblockaden zu beenden.
Alle anderen Widerstandsformen, die dem Ziel der Verhinderung des Aufmarsches oder der Unterstützung unserer antikapitalistischen und antimilitaristischen Positionen dienen, sind natürlich legitim und richtig.
Kommt zur Antifaschistisch-Antimilitaristischen Demonstration und blockiert im Anschluss daran den Naziaufmarsch!
9. Oktober 2010 | 10 Uhr | Brunnenplatz | Königs Wusterhausen
Vorbereitungskreis „Naziaufmarsch am 9. Oktober verhindern“
Zugtreffpunkt für Berlin:
09.15 Uhr am S-Bhf. Neukölln
Abfahrt 09.22 Uhr auf Gleis 2
Entnommen von: Autonome Antifa KW
Nach einer längeren Ruhephase der Neonaziszene in Königs Wusterhausen, gab es in den letzten Wochen wieder vermehrte neonazistische Aktivitäten.
So kam es besonders an den Wochenenden zu häufigen Sprüh-und Klebeaktionen, wie z.B. in der Nacht vom 06.03.- 07.03.2010 als im ganzen Stadtgebiet ca. 37 Hakenkreuze geschmiert wurden.
Eine Besonderheit der letzten Aktionen, stellt jedoch das Sprühen von Namen vermeintlicher AntifaschistenInnen, an deren Wohnungen und im näheren Wohnumfeld, dar.
Doch der vorläufige Höhepunkt der Aktivitäten, ereignete sich in der Nacht vom 12.03.-13.03.2010 als Neonazis das Auto der Mutter, eines Antifaschisten, beschädigten.
Bei dieser Aktion wurden laut Polizeiangaben 2 Neonazis festgenommen.
Diese vermehrten Aktivitäten zeigen erneut, das Königs Wusterhausen und der Süden Brandenburgs ein akutes Naziproblem haben und eine Hochburg der Freien Kameradschaften darstellen.
Dies kann nur eines für uns bedeuten:
Schafft Rote Hilfe!
Organisiert den antifaschistischen Selbstschutz!
Entnommen von: Indymedia
Am Freitag, den 23.10.09, demonstrierten ca. 40 Aktivisten in Zeuthen spontan gegen Rechte Gewalt. Der Demonstrationszug setzte sich gegen 16:00 Uhr vom S-Bahnhof Zeuthen in Richtung Innenstadt fort, und endete wieder am S-Bahnhof.
In Zeuthen ist rechte Gewalt an der Tagesordnung. Es gibt oft genug Angriffe von Rechtsextremisten auf alternative Jugendliche oder andere Menschen, die nicht ihn ihr verkorkstes Weltbild passen. Ausserdem entsteht, nach unseren Erkentnissen, in Zeuthen gerade ein Nazijugendtreff, oder auch Schulungszentrum. Anders lässt sich die Tatsache, dass an fast jedem Wochenende Kameraden an einer Immobilie arbeiten,und dafür teilweise aus dem nördlichen Raum Deutschlands angereist kommen, nicht erklären.
Es herrschte auf der Demonstration eine sehr gute und kämpferische Stimmung. Infoflyer wurden an Passanten verteilt und in Briefkästen gesteckt. Auch vorbeifahrende Autofahrer blieben von den Flyern nicht verschont, nahmen diese aber dankend und interessiert entgegen.
Einziger Zwischenfall war ein pöbelnder Nazi der sich von seinem Balkon aus sehr sicher fühlte. Seine Worte: „Na los ich will eure Gesichter sehen!“ und „Man verpisst euch, dass hier ist Zeuthen und kein Kindergarten!“, gingen aber in den erwiederten Parolen der Demonstranten unter.
Gegen Ende der Demonstration versuchten dann 2 Zivilbeamte die Demo zu stoppen, ohne Erfolg. Ungehindert ging es wie geplant weiter. Auch als wenig später hinzugezogene Verstärkung in Form von Streifenbeamten versuchte die Demo zu stoppen, lies man sich davon nicht beirren. Lediglich am Ende kahm es dann in der S-Bahn zu einer Personalienüberprüfung, als die S-Bahn durch die Polizei gestoppt wurde. Die Bürger hat es sichtlich erfreut, dass sie wegen eines „Polizeieinsatzes“ über 15 Min. warten mussten.
Alles in allem kann man sagen, dass an diesem Tag in Zeuthen ein gutes Zeichen gegen Rechts gesetzt wurde. Und angesichts des entstehenden Schulungszentrums, wird dies nicht die letzte Antifaschistische Aktion in Zeuthen bleiben.
Aufruhr, Widerstand, es gibt kein ruhiges Hinterland!

